Methode
Nach Einsendung einer Fruchtwasserprobe in das zytogenetische Labor können die im Fruchtwasser befindlichen kindlichen Zellen für eine Zellkultur mit anschließender Chromosomenanalyse genutzt werden. Dazu werden pro Patientin in der Regel insgesamt drei unabhängige Zellkulturen angelegt. In einem Nährmedium vermehren sich die kindlichen Zellen. Sie wachsen am Boden des Kulturgefäßes zu Zellkolonien aus. Zur Herstellung der Chromosomenpräparate (Chromosomenpräparation) können zwei Techniken zur Anwendung kommen.
In-situ–Technik
Die primär auf einem Objektträger gewachsenen Zellkolonien bleiben während der Präparation der Chromosomen auf dem Präparat in ihrer ursprünglichen Form erhalten. In der Regel erhält man nach in-situ-Technik der Chromosomenaufarbeitung eine gegenüber der Trypsinierungstechnik verminderte Qualität der Chromosomenmorphologie. Allerdings ist die Abklärung von Mosaikbefunden (s. Grenzen) gegenüber der Trypsinierungstechnik mit einem geringeren zeitlichen und technischen Aufwand verbunden.
In der Regel erhält man nach in-situ-Technik der Chromosomenaufarbeitung eine gegenüber der Trypsinierungstechnik verminderte Qualität der Chromosomenmorphologie. Kürzere Chromosomen mit geringerer Bandenauflösung ermöglichen nur eine numerische und grobstrukturelle Beurteilung der Chromosomen.
Nach in-situ-Technik ist die Abklärung von Mosaikbefunden (s. Grenzen) gegenüber der Trypsinierungstechnik mit einem geringeren zeitlichen und technischen Aufwand verbunden.
Trypsinierungstechnik
Hier erfolgt die Präparation der Chromosomen nach Ablösen der Zellkolonien vom Boden der Kulturflasche nach Einwirkung von Trypsin, anschließendem mehrmaligen Fixieren der Zellen in einer Fixierlösung und Auftropfen der Zellsuspension auf Objektträger. Diese Technik ist mit einem vermehrten Zellverlust während der Chromosomenpräparation verbunden, so dass für eine sichere Diagnose an einer genügend großen Zellzahl ein längeres Zellwachstum als bei der in-situ-Technik notwendig ist. Eine bessere Qualität der Chromosomenmorphologie nach Trypsinierungstechnik ermöglicht jedoch eine Feinstrukturanalyse der Chromosomen an langen Chromosomen mit hochaufgelösten Bandenmustern.
Das Ergebnis der Chromosomenanalyse liegt nach etwa 14 bis 21 Tagen vor.
Insbesondere bei Verdacht auf einen Neuralrohrdefekt kann die Chromosomenanalyse aus Fruchtwassermaterial durch die Bestimmung des α-Fetoproteins (AFP) und den Nachweis der neuronenspezifischen Acetylcholinesterase (AchE) ergänzt werden.
Bei klinischem Verdacht auf submikroskopische oder molekulargenetische Veränderungen können weiterführende molekular-zytogenetische und molekulargenetische Untersuchungen durchgeführt werden.